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Quelle:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.03.04, S. 12
Mut
zur Stilbildung
Die
Identität und Kultur von Unternehmen
Roland
Bickmann: Corporate Identity. Best Practice – Das Management von
Komplexität. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, 2003, 175 Seiten,
76 Euro
Seit
den achtziger Jahren ist „Corporate Identity“ ein geläufiger
Begriff. Doch nicht immer werde er richtig interpretiert und
angewendet, kritisiert der Unternehmensberater Roland Bickmann in
seinem Buch: „Eine verkürzte und daher falsche Auffassung von
Corporate Identity manifestiert sich am besten im Trugschluß der
Visualität, der Gleichsetzung von Corporate Design (CD) mit
Unternehmensidentität.“ Da nun aber im Zeitalter der Globalisierung
und Virtualisierung diese Disziplin einen nachhaltigen
Bedeutungszuwachs erfahre, müsse jede Unternehmensführung es als
eine wichtige Aufgabe ansehen, den eigenen Identitätsanspruch in
Einklang mit ihrem Verhalten nach innen und außen zu bringen: „Die
Unternehmenskultur ist die Basis der Unternehmensidentität. (...) Wer
die Identität aus ihrem unternehmenskulturellen Kontext herauslöst,
wird im Identitätsmanagement zwangsläufig scheitern“, schreibt der
Autor. Als
Beispiel führt er unter anderem die unterschiedliche Vorgehensweise
von Unternehmen bei ihrer strategischen Neuausrichtung an sowie die
Fehler, die hierbei in der Vergangenheit gemacht worden sind. Sein Resümee:
„Eine bloße Fassadenrenovierung schafft eben noch kein neues Haus,
an dessen Gestaltung jeder mit Begeisterung arbeitet. Mehr noch:
Gerade die, die im Haus leben, spüren zuerst, ob es sich nur um
Kosmetik handelt oder ob es wirklich um eine Erneuerung geht.“
Das
rund 175 Seiten starke Werk beeindruckt aber nicht nur durch die
elementaren und gut nachvollziehbaren Aussagen des Autors, sondern es
ist auch graphisch und bildlich ansprechend gestaltet. Das dürfte
nicht zuletzt darin begründet sein, daß Bickmann als
Unternehmensberater seine Kunden vor allem in Fragen Corporate
Identity unterstützt und somit die vorliegende Publikation auch als
ein Werbe-Instrument nutzt. Zugleich verfolgt der Sektionssprecher
Nord des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik mit seinem Buch, das
nach eigenen Angaben den Auftakt zu einer künftig im
Zweijahresrhythmus erscheinenden Reihe bilden soll, durchaus auch
uneigennützige, hehre Ziele: Mit diesem Buch und den folgenden
Publikationen möchte er „einen Beitrag zur Stilbildung im
Topmanagement leisten und diejenigen ermutigen, die wissen, daß der
Slogan ‚Keep it simple and stupid’ (Kiss) zwar griffig, aber weder
zukunftsweisend noch exzellent ist.“
Jutta Gröschl

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