Einfach mal zuhören: Corporate LanguageNicht nur das geschriebene, auch das gesprochene Wort im Unternehmen hat Gewicht. Dies gilt nicht nur für die Reden von Geschäftsführern oder Vorstandsvorsitzenden bei offiziellen Anlässen. In der Sprache lebt das Unternehmen. Wer genau hinsieht und vor allem hinhört, kann mit etwas Sensibilität mehr über ein Unternehmen erfahren als beim Lesen von Unternehmensbroschüren. Eine ganz individuelle "Corporate Language" entwickelt sich bewusst und unbewusst überall dort, wo Menschen miteinander kommunizieren. Jedes Unternehmen hat seinen eigenen Umgangston, seine eigenen Geschichten, Witze und Anekdoten. Wer diese aufnimmt und analysiert, versteht sehr viel tiefer das, was eine Unternehmenskultur ausmacht. Die bewusste Gestaltung der Corporate Language eröffnet
dabei auch die Chance des Identitätsmanagements. Wenn Kundenorientierung
für ein Unternehmen zu den Grundsätzen gehört, muss sich das
beispielsweise an den Gebrauchsanweisungen für Produkte ablesen lassen
oder bei der Begrüßung in der Telefonzentrale zu hören sein. Nicht
allein der Umgangston ist wichtig für eine gelungene Außenkommunikation,
auch das Verhältnis der Mitarbeiter untereinander wird wesentlich vom
sprachlichen Stil bestimmt. Beruft sich ein Unternehmen im Innenverhältnis
auf Werte wie Fairness oder Professionalität, sollte geklärt werden, was
in der Kommunikation untereinander akzeptabel ist und was nicht. Die Sprache des Unternehmens und die Sprache im
Unternehmen ist eine Gestaltungsdimension, die die Unternehmensführung
nicht vernachlässigen sollte. Sprache wirkt identitätsbildend. Sie gibt
den Mitarbeitern die Möglichkeit, intern ein Wir-Gefühl zu entwickeln
und sich auch gegenüber Dritten mit dem Unternehmen zu identifizieren.
Gleichzeitig darf im Bereich Corporate Language auch nicht die allgemeine
Regelungswut Einzug halten. Sprache lässt sich nicht verwalten. Sie
entwickelt sich im Unternehmen und aus dem Unternehmen heraus. In diesem
Bereich lassen sich gewollte Tendenzen verstärken und nicht gewünschte
eindämmen. Wer aber versucht, ein Unternehmen in ein Sprachkorsett zu
zwingen und die Mitarbeiter ihrer eigenen Sprache zu berauben, wird
zweierlei erreichen: Regeln werden nicht beachtet und das Unternehmen
wirkt in seiner Kommunikation nicht authentisch.
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