Die Elite ist (bleibt) das Problem... Wer
kennt sie nicht, die Inszenierungen der etablierten Elite: der
Fahrzeugkonvoi, der herrschaftliche Auftritt, das Halten einer «Entourage»,
die Inszenierung der eigenen Person. Sie sind stets bestens frisiert, bis
ins Detail durchgestylt, gemaßschneidert angezogen, immer wohl-feil und
politisch korrekt. Sie verdienen ein Heidengeld und tragen kein persönliches
Risiko. Sie wirken im Dialog immer irgendwie abwesend, erscheinen
zwischenmenschlich unadressierbar. Sehen so die Protagonisten des Wandels
aus? Ist das die Atmosphäre von Menschen, die andere mitreissen und für
einen neuen Weg gewinnen? Der
Habitus der Elite erinnert an Pfaue, allenfalls an Komiker im falschen Stück,
immer aber an Menschen, die aus der sozialen Differenz ihre eigene
Position ableiten. Diese Menschen verlangen Demutsgesten, den Kotau, und
scharen Vasallen unter sich, die allenfalls Sänftenträger sind, keine
kritischen Weggefährten. Selektiv-hierarchische Wahrnehmung ist ihre
Methode, sie reagieren auf «Hard Facts» oder auf «schlechte Öffentlichkeit».
Auf
diese Weise sind keine Reformen voranzubringen, denn diese Verlangen
Unbequemlichkeit, das Ringen um die Sache, Kompetenz und Persönlichkeiten,
die in einer angstfreien Atmosphäre versuchen, aus den Möglichkeiten den
begründbaren richtigen Weg zu finden. Das Ringen um Alternativen ist kein
Beauty Contest, sondern das Wahrnehmen von Verantwortung, so man als
Person verantwortbar ist. Die etablierte Elite erinnert oft an den
traditionellen Bänker, der mit jovialem Gesichtsausdruck die Kündigung
der Kreditlinie mitteilt, oder den Chefarzt, der den Patienten lediglich
als medizinische Fragestellung begreift. Wie kam diese Elite nach oben,
wie konnte sie sich halten? Morbide
Einigelung In
einer Zeit der rationalen, ökonomistisch getriebenen Wirklichkeitsüberprüfung
an allen Stellen, wendet sich der Blick nach innen. Es ist die Zeit der
Systembestätigung, der Einigelung, nicht der Infragestellung; und wenn,
dann allenfalls von außen. Aber wie sieht der Kritiker einer Burg aus,
wenn er vor ihren Toren steht? Jene, die «dabei» sind,
versuchen die Realität auszublenden, indem sie die eigene
Organisationsweise pointiert ausprägen. Vor ihrem Niedergang entfalten
solche Organismen eine morbide Blüte. Es sind die Parasiten, die
Edelparasiten, die nach oben kommen, tauglich allenfalls als Schmuck, nie
aber als Gestalter. Die
Zukunft wird weniger hierarchisch sein, daher halten sich die Hierarchen
an ihren Stühlen fest, weil sie angstvoll spüren, dass sie anders nicht
können. Die Zukunft wird menschlicher sein, darum halten all jene
Distanz, die zu einer Unmittelbarkeit zwischen Menschen auf Grundlage
einer selbstkritisch entwickelten persönlichen Identität nicht fähig
sind. Die Zukunft wird unsicherer sein, darum vermitteln Hierarchen jene
zwielichtige Sicherheit, weil sie selbst wissen, dass sie allenfalls mit
einem «golden handshake» in die Unsicherheit entlassen werden. Sie
erzeugen potemkinsche Dörfer, in denen aber niemand überlebt. Die
Werte der Zukunft sind soziale Kompetenz, auch wieder klassische Demut,
auf jeden Fall die Zurückhaltung, wenn es um die eigene Person geht.
Perlen sind noch immer gefunden worden. Es geht weiter um Zuhörenkönnen,
um Neugier, experimentelle Vorsicht, die Lust auf das «Andere» und damit
um einen Führungsanspruch, der auf Akzeptanz beruht. Es geht also um
Authentizität von Führung – das wären Beschreibungen der «Skills of
the Future». Die
Meisten fallen durch Nimmt
man diese nur scheinbar neuen inhaltlich-persönlichen Messlatten, fügt
noch Sach- und Fachkompetenz hinzu, dann fallen eine Menge heutiger Führer
durch das Raster. Es wird Zeit, dass Aufsichtsräte, Headhunter und andere
Verantwortliche sich die Frage vorlegen, wie lange sie mit ihrer Persönlichkeitsauswahl
traditioneller Provenienz verhindern, dass sich marktfähige Kulturen und
Unternehmen entwickeln, die das leisten, wozu Unternehmen da sind:
Innovationen erspüren und gestalten, Wachstum anstreben,
unternehmerisches Risiko übernehmen und mutig über den Tellerrand
schauen. Jene
Bilanzakrobaten, die keine Fehler machen, unantastbar sind und allenfalls
als Narzissten gebrandmarkt werden, machen die Unternehmen und
Organisationen zu Bütteln ihrer problematischen Persönlichkeit. Sie
erzeugen scheinrationale Kulturen, in denen Angst und Schrecken herrscht.
Führung muss ein «Frontrunner» sein, wenn es um die Fähigkeiten der
Zukunft geht – und authentisch Beispiel geben. Wer Zukunft gestaltet,
ist nie im Besitz von Wahrheit; was er zu bieten hat, ist die Zuversicht,
gesetzte Ziele zu erreichen. Dieses
Vorgehen erscheint paradox, wenn man nach dem Heilmittel zur Gesundung der
Volkswirtschaft fragt. Die Verordnung lautet: Wachstum, Wachstum und
nochmals Wachstum. Kann die Wirtschaft diese Forderung angesichts von
Innovationsmüdigkeit und der Scheu vor dem Risiko Das
Hauptproblem der Controlling-Ära ist die Veränderung der Mentalität der
Investoren und jener, die Entscheidungen auf den Brücken der
Unternehmensschiffe zu fällen haben. Sichere Investments sind gefragt,
keine zukunftsträchtigen, aber risikobehafteten Kurswechsel.
Sicherheitsstrategien in turbulenter See - das ist ein Widerspruch.
Verliert das Schiff an Fahrt, wirkt der Wellenschlag umso gefährlicher! Investments
mit geringem Risiko sind in ihrem Charakter eher Variationen des
Vorhandenen als wirkliche Innovationen. Das "neue" Kinderhandy
mit nur sechs programmierbaren Nummern weist in eine solche Richtung. Ein
mutiges Mobilitätskonzept, wie es der "Smart" einmal war, ist
zu einem Nur:
Es sind eben nicht die bloßen Variationen des bereits Bekannten, sondern
die wirklichen Innovationen, die eine andere Stimmung hervorrufen können.
Nicht jede Innovation lässt sich schnell Gewinn bringend umsetzen, manche
brauchen eine schier unerträgliche Anlaufzeit. Zurzeit aber entsteht der
Eindruck, als werden Ideen erst gar nicht zugelassen oder im Keim
erstickt. Hauptsache, im Unternehmen ist alles unter Kontrolle - vor allem
die Kosten. Dabei
fehlt es nicht an Know-how für Produkt- oder Systeminnovationen. Man
denke an die Idee der intelligenten Steuerung des Verkehrs, die
technischen Möglichkeiten der Leitsysteme per GPS und die damit
gekoppelte Steuerung der individuellen Fahrzeuge. Eine ähnliche
Technologie zur Verkehrssteuerung in der Luft könnte revolutionäre
Innovationen erlauben. Ein anderer Bereich, der näher liegt, ist das
eigene Zuhause: Die Technologie zur sinnvollen Vernetzung der technischen
Geräte im Haushalt ist vorhanden, marktreife, integrative Lösungen gibt
es nur wenige. Darüber hinaus fehlt der Mut, diese offensiv am Markt zu
präsentieren. Welche
Möglichkeiten ließen sich in einer anderen Atmosphäre nutzen, wenn wir
uns nur klar machen würden, wie wenige Innovationen umgesetzt werden und
wie viele Chancen für einen intelligenteren Konsum wir verschenken. Eine
Atmosphäre, in der eben nicht "Geiz geil ist". Der
Philips-Vorstandschef Gerard Kleisterlee hat kürzlich eingeräumt, dass
sein Konzern bei der Umsetzung von Patenten, sprich Innovationen, in
interessante Angebote für den Konsumenten Probleme hat und Besserung
gelobt. Immerhin ein Lichtblick. Denn
dahinter steht die Erkenntnis: Unternehmen könnten ihr Umfeld und damit
ihre Märkte gestalten, wenn sie sich für den richtigen Fokus entscheiden
und intelligente, individualisierte Produkte und Lösungen bieten.
Unternehmen sind mitverantwortlich für die innovationsfeindliche Atmosphäre,
in der sie agieren: Konsumverzicht ist auch Konsumunlust. Effizienz- und
Kostensenkungsstrategien sind nach innen gerichtet. Bei so viel
Selbstbetrachtung scheint man in vielen Chefetagen zu vergessen, dass da
draußen eine Welt ist, die sich verändert und voller Chancen ist. Gegenwärtig
bietet diese Chancen zum Beispiel - immer noch und allen Pleiten zum Trotz
- das Internet. Wer diesen Vertriebskanal intelligent und konsequent
nutzt, kann damit Erfolg haben. Ein Beispiel ist die Trotz
solcher Beispiele ist die Grundstimmung eher düster. Über den Köpfen
der verzagten Unternehmensführer schallt zu allem Überfluss das immer
gleiche Gezeter der Protagonisten aus Wirtschaft und Politik, die sich in
der Diskussion über ökonomische Probleme in den bekannten URL dieser Seite: |
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