Hypertypen in HyperweltenWer ist ihnen nicht schon begegnet, den neuen Innovatoren, den Gestaltern der neuen Welten? Ob Multimedia oder Mikrosystemtechnik, Webdesign oder Nanotechnologie – die Protagonisten sind "anders", selbstbewusst, virtuos in ihren komplexen Welten. Schon das Outfit ist anarchisch: Haartracht nach Gusto und Rasur nach Tagesform. Seniorität, Zurückhaltung, Demut oder Respekt – weitgehend Fehlanzeige. Die neuen Cracks sind das Maß aller Dinge. Sie kennen sich in Welten aus, denen die Internet-Millionäre entspringen. Sie wissen, dass in ihren Händen ein Megamillionen-Börsengang ruhen könnte. Bestätigung erfahren diese Menschen in geschlossenen Communities, in denen es streng nach den Gesetzen Darwins zugeht. Werden sie entdeckt, weicht der soziale Autismus einer gönnerischen Grundhaltung. Dann will man dem, der lediglich zum Geldbesitz befähigt ist, gerne die Chance geben, sein Geld in das "hippe" Business zu investieren; sofern die Autorität des Genies unangetastet bleibt. Fürwahr – die Könner unserer Tage müssen ein hohes Maß an interdisziplinärem Wissen aufbringen, um marktfähige Produkte zu gebären. Diese sind so kryptisch definiert, dass für Vermarkter, Kaufmann oder Investor ein Vorstudium erforderlich ist. Die Kommunikationsmethode ist hierarchisch: Der Laie hat seinen Kotau vor dem Wissenden zu machen. Erst nach dieser Unterwerfungsgeste wird er als Gesprächspartner ernst genommen. Es bleibt abzuwarten, wie die segmentierte Gesellschaft es schaffen wird, die neue Qualität von Elite zu bewältigen. Ohne soziale Brücken zwischen Technologiegurus und Unternehmern bleibt auch die aussichtsreichste Technik ungenutzt. Soziale Isolation, selbst auf höchstem Niveau, hilft am Ende niemandem. URL dieser Seite: |
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