Mehr Mut zur Innovation! In
Deutschlands Unternehmen bestimmen offensichtlich die Controller die
Strategie: Wenn sinkende Umsätze und Erträge drohen, dann fällt
Entscheidern in Unternehmen als Erstes der kräftige Tritt auf die
Kostenbremse ein: Budgets werden gekürzt, Investitionen verschoben,
Menschen werden entlassen. Von Verbesserungen oder gar Innovationen ist
keine Rede. Argumentiert wird mit Dieses
Vorgehen erscheint paradox, wenn man nach dem Heilmittel zur Gesundung der
Volkswirtschaft fragt. Die Verordnung lautet: Wachstum, Wachstum und
nochmals Wachstum. Kann die Wirtschaft diese Forderung angesichts von
Innovationsmüdigkeit und der Scheu vor dem Risiko Das
Hauptproblem der Controlling-Ära ist die Veränderung der Mentalität der
Investoren und jener, die Entscheidungen auf den Brücken der
Unternehmensschiffe zu fällen haben. Sichere Investments sind gefragt,
keine zukunftsträchtigen, aber risikobehafteten Kurswechsel.
Sicherheitsstrategien in turbulenter See - das ist ein Widerspruch.
Verliert das Schiff an Fahrt, wirkt der Wellenschlag umso gefährlicher! Investments
mit geringem Risiko sind in ihrem Charakter eher Variationen des
Vorhandenen als wirkliche Innovationen. Das "neue" Kinderhandy
mit nur sechs programmierbaren Nummern weist in eine solche Richtung. Ein
mutiges Mobilitätskonzept, wie es der "Smart" einmal war, ist
zu einem Nur:
Es sind eben nicht die bloßen Variationen des bereits Bekannten, sondern
die wirklichen Innovationen, die eine andere Stimmung hervorrufen können.
Nicht jede Innovation lässt sich schnell Gewinn bringend umsetzen, manche
brauchen eine schier unerträgliche Anlaufzeit. Zurzeit aber entsteht der
Eindruck, als werden Ideen erst gar nicht zugelassen oder im Keim
erstickt. Hauptsache, im Unternehmen ist alles unter Kontrolle - vor allem
die Kosten. Dabei
fehlt es nicht an Know-how für Produkt- oder Systeminnovationen. Man
denke an die Idee der intelligenten Steuerung des Verkehrs, die
technischen Möglichkeiten der Leitsysteme per GPS und die damit
gekoppelte Steuerung der individuellen Fahrzeuge. Eine ähnliche
Technologie zur Verkehrssteuerung in der Luft könnte revolutionäre
Innovationen erlauben. Ein anderer Bereich, der näher liegt, ist das
eigene Zuhause: Die Technologie zur sinnvollen Vernetzung der technischen
Geräte im Haushalt ist vorhanden, marktreife, integrative Lösungen gibt
es nur wenige. Darüber hinaus fehlt der Mut, diese offensiv am Markt zu
präsentieren. Welche
Möglichkeiten ließen sich in einer anderen Atmosphäre nutzen, wenn wir
uns nur klar machen würden, wie wenige Innovationen umgesetzt werden und
wie viele Chancen für einen intelligenteren Konsum wir verschenken. Eine
Atmosphäre, in der eben nicht "Geiz geil ist". Der
Philips-Vorstandschef Gerard Kleisterlee hat kürzlich eingeräumt, dass
sein Konzern bei der Umsetzung von Patenten, sprich Innovationen, in
interessante Angebote für den Konsumenten Probleme hat und Besserung
gelobt. Immerhin ein Lichtblick. Denn
dahinter steht die Erkenntnis: Unternehmen könnten ihr Umfeld und damit
ihre Märkte gestalten, wenn sie sich für den richtigen Fokus entscheiden
und intelligente, individualisierte Produkte und Lösungen bieten.
Unternehmen sind mitverantwortlich für die innovationsfeindliche Atmosphäre,
in der sie agieren: Konsumverzicht ist auch Konsumunlust. Effizienz- und
Kostensenkungsstrategien sind nach innen gerichtet. Bei so viel
Selbstbetrachtung scheint man in vielen Chefetagen zu vergessen, dass da
draußen eine Welt ist, die sich verändert und voller Chancen ist. Gegenwärtig
bietet diese Chancen zum Beispiel - immer noch und allen Pleiten zum Trotz
- das Internet. Wer diesen Vertriebskanal intelligent und konsequent
nutzt, kann damit Erfolg haben. Ein Beispiel ist die Trotz
solcher Beispiele ist die Grundstimmung eher düster. Über den Köpfen
der verzagten Unternehmensführer schallt zu allem Überfluss das immer
gleiche Gezeter der Protagonisten aus Wirtschaft und Politik, die sich in
der Diskussion über ökonomische Probleme in den bekannten
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