Grundsätzlich betreffen Managementsysteme bzw. Unternehmensführungssysteme strukturelle Aspekte der Unternehmensführung. Sie geben eine formale Vorgabe für die Ausübung der Unternehmensaktivitäten nach ihren jeweiligen inhaltlichen Kriterien und vereinheitlichen bzw. standardisieren auf diese Weise betriebliche Abläufe. Wird in der Praxis von Managementsystemen gesprochen, geht es in aller Regel um Zertifizierbares: ISO 14000 und die EMAS-Verordnung als Umweltnormenreihen sowie ISO 9000 und (als Sonderfall) das EFQM-Modell (European Foundation for Quality Management) als Total Quality Management-Konzepte. All das sind Konzepte, die gewisse Strukturen, Verantwortlichkeiten und Prozesse einfordern und deren Nachweis eine Zertifizierung bzw. Auszeichnung zur Folge hat. Insbesondere das EFQM-Modell (vgl. Abbildung) bietet dabei den Vorteil eines non-prescriptive framework, das dem Unternehmen eine "Überschriftenstruktur" liefert, die mit Unternehmensspezifika gefüllt werden muß. Mit konkreten Vorschriften hält sich das Konzept zurück; die firmenindividuelle Anpassungsfähigkeit und Umsetzbarkeit steht im Vordergrund.
Unternehmen wie Daimler Benz, Siemens, Rank Xerox, British Airways, um nur einige zu nennen, wenden diesen Ansatz an. Einmal jährlich vergibt die European Foundation for Quality Management mit Sitz in Brüssel den hoch angesehenen European Quality Award (EQA) sowie ausgesuchte Sonderpreise; oft existieren zudem Ländergesellschaften, die einen nationalen Preis ausschreiben in Deutschland z.B. den "Ludwig-Erhard-Preis". Verwandte Konzepte existieren auch in den Vereinigten Staaten und Japan (Malcolm Baldrige National Quality Award bzw. Deming Price). Aus unternehmenskultureller Perspektive bietet dieser von europäischen Großunternehmen entwickelte Ansatz eine herausragende Plattform für business excellence. Als "Leerstellengerüst für Sinnvolles" (Knut Bleicher) wird ein Bewertungsrahmen vorgegeben, doch in der Ausgestaltung dieses Rahmens haben die anwendenden Unternehmen freie Hand. Damit kann das anwendende Unternehmen dieses Managementsystem auf die eigene Situation zuschneiden und auf die jeweilige Unternehmensrealität umsetzen. So entsteht "Eigentümerhaltung": Die angefahrenen Projekte werden zu "eigenen" Projekten, nicht im Namen einer technokratischen, von extern aufgestülpten Managementmode, sondern im Namen eines auf das eigene Unternehmen umgesetzten Managementsystems. Bickmann & Collegen verstehen sich daher als Begleiter und Betreuer des EFQM-Prozesses:
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